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Fördermöglichkeiten für Studierende im Ausland

Ein Auslandsstudium bietet unvergleichliche Chancen für die persönliche und berufliche Entwicklung, doch die Finanzierung stellt viele Studierende vor eine große Herausforderung, wobei gezielte Förderungen den entscheidenden Unterschied machen können, um diesen Traum zu verwirklichen.

Staatliche Förderungen für das Auslandsstudium

Das Auslands-BAföG stellt eine zentrale Säule der staatlichen Förderung dar und bietet deutlich höhere Fördersätze als das inländische BAföG, da zusätzliche Kosten wie Reisekosten, Studiengebühren und höhere Lebenshaltungskosten berücksichtigt werden.

Selbst Studierende, die im Inland kein BAföG erhalten, können aufgrund der großzügigeren Bemessungsgrenzen für das Auslands-BAföG qualifiziert sein, weshalb eine Antragstellung in jedem Fall empfehlenswert ist – idealerweise sechs Monate vor dem geplanten Auslandsaufenthalt.

Der Bildungskredit der KfW-Bank bietet eine flexible Ergänzungsfinanzierung mit günstigen Zinsen und kann unabhängig vom Einkommen der Eltern beantragt werden, was besonders für längere Auslandsaufenthalte eine sinnvolle Ergänzung darstellt.

DAAD-Stipendien und internationale Programme

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und bietet jährlich tausende Stipendien für verschiedenste Zielländer, Studienphasen und Fachrichtungen an.

Die Bewerbungsverfahren für DAAD-Stipendien sind anspruchsvoll und erfordern neben hervorragenden akademischen Leistungen auch ein überzeugendes Motivationsschreiben, in dem die persönliche und fachliche Relevanz des Auslandsaufenthalts schlüssig dargestellt werden sollte.

Neben dem DAAD existieren zahlreiche internationale Stipendienprogramme wie Fulbright für die USA, das PROMOS-Programm der Hochschulen oder länderspezifische Angebote, die oft weniger bekannt sind und daher geringere Bewerberzahlen aufweisen.

Erasmus+ und europäische Förderprogramme

Das Erasmus+-Programm der Europäischen Union ist die bekannteste Fördermaßnahme für Studienaufenthalte innerhalb Europas und bietet monatliche Zuschüsse zwischen 450 und 600 Euro je nach Zielland, wobei zusätzliche Unterstützung für Studierende mit Behinderungen oder Kindern verfügbar ist.

Die Bewerbung für Erasmus+ erfolgt über das International Office der Heimathochschule und sollte mindestens ein Jahr vor dem geplanten Aufenthalt begonnen werden, da die Plätze begrenzt sind und bestimmte Vorbereitungskurse wie Sprachkurse verpflichtend sein können.

Neben dem regulären Studium fördert Erasmus+ auch Praktika im europäischen Ausland, was eine hervorragende Möglichkeit darstellt, praktische Berufserfahrung mit interkulturellem Lernen zu verbinden und gleichzeitig finanzielle Unterstützung zu erhalten.

Stipendien von Stiftungen und privaten Förderern

Die Begabtenförderungswerke in Deutschland, darunter politische, konfessionelle und gewerkschaftsnahe Stiftungen, bieten nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch wertvolle ideelle Förderung durch Netzwerke, Seminare und persönliche Betreuung während des Auslandsstudiums.

Unternehmensnahe Stiftungen wie die Robert Bosch Stiftung oder die Stiftung der Deutschen Wirtschaft vergeben gezielt Stipendien für bestimmte Fachrichtungen oder Zielregionen und legen oft besonderen Wert auf gesellschaftliches Engagement neben akademischer Exzellenz.

Kleinere, spezialisierte Stiftungen sind oft weniger bekannt und daher weniger umkämpft, weshalb es sich lohnt, in Stipendiendatenbanken wie mystipendium.de oder stipendienlotse.de nach passgenauen Angeboten zu recherchieren, die zur eigenen Biographie und zum Studienziel passen.

Strategien für erfolgreiche Förderanträge

Eine frühzeitige und gründliche Planung ist der Schlüssel zum Erfolg bei Förderanträgen, wobei idealerweise 12-18 Monate vor dem geplanten Auslandsaufenthalt mit der Recherche begonnen werden sollte, um alle Fristen einhalten zu können.

Bewerbungsunterlagen sollten individuell auf jedes Förderprogramm zugeschnitten werden, indem die spezifischen Auswahlkriterien und Werte der jeweiligen Organisation berücksichtigt und im eigenen Profil hervorgehoben werden.

Eine Kombination verschiedener Förderquellen ist oft die realistischste Strategie, da einzelne Stipendien selten alle Kosten decken – beispielsweise kann Auslands-BAföG als Grundfinanzierung dienen, ergänzt durch ein Teilstipendium und einen Bildungskredit für spezifische Ausgaben.

Studierende informieren sich über internationale Fördermöglichkeiten für ihr AuslandsstudiumQuelle: Pixabay

Fazit

Die Finanzierung eines Auslandsstudiums erfordert Eigeninitiative und strategisches Vorgehen, bietet aber durch die Vielzahl an Fördermöglichkeiten jedem motivierten Studierenden realistische Chancen, diesen wichtigen Karriereschritt zu verwirklichen.

Der Mix aus staatlichen Programmen wie Auslands-BAföG, europäischen Förderungen wie Erasmus+, institutionellen Stipendien des DAAD und privaten Stiftungsgeldern eröffnet flexible Kombinationsmöglichkeiten, die individuell auf die persönliche Situation zugeschnitten werden können.

Die Investition in die sorgfältige Vorbereitung von Förderanträgen zahlt sich mehrfach aus – nicht nur finanziell, sondern auch durch den Erwerb wichtiger Kompetenzen wie Selbstpräsentation und Projektmanagement, die sowohl während des Auslandsaufenthalts als auch im späteren Berufsleben von unschätzbarem Wert sind.

Häufig gestellte Fragen

  1. Kann ich mehrere Stipendien gleichzeitig erhalten?
    Grundsätzlich ja, allerdings müssen Sie bei manchen Förderungen Kombinationsverbote beachten, besonders bei vollfinanzierten Stipendien, die oft keine Doppelförderung erlauben.

  2. Wie wichtig sind Sprachkenntnisse für Förderanträge?
    Sehr wichtig, da sie Ihre Studierfähigkeit im Zielland belegen – für die meisten Förderungen werden mindestens B2-Kenntnisse in der Unterrichtssprache vorausgesetzt oder entsprechende Sprachkurse verlangt.

  3. Werden auch kürzere Auslandsaufenthalte gefördert?
    Ja, neben semesterlangen Programmen gibt es spezielle Förderungen für Kurzaufenthalte, Sommerschulen oder Forschungspraktika, beispielsweise über PROMOS oder hochschuleigene Mobilitätsprogramme.

  4. Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Studierende mit Behinderung?
    Spezielle Zusatzförderungen existieren bei fast allen großen Programmen wie Erasmus+ und DAAD, die behinderungsbedingte Mehrkosten abdecken und individuell angepasste Unterstützung bieten.

  5. Wie beeinflusst ein Auslandsstudium meine BAföG-Förderungshöchstdauer?
    Bis zu einem Jahr im Ausland wird nicht auf die Förderungshöchstdauer angerechnet, wenn die im Ausland erbrachten Leistungen an der Heimathochschule anerkannt werden.